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Mark Bregenzer

Zusammenarbeit

Die meisten Anfragen beginnen nicht mit einer Methode, sondern mit einer Situation. Etwas dauert zu lange, kostet zu viel oder erreicht den Kunden nicht. Oft ist erkennbar, dass etwas nicht funktioniert, aber nicht, warum.

Deshalb steht am Anfang keine Empfehlung, sondern eine Diagnose. Erst wenn klar ist, was die Wirksamkeit tatsächlich begrenzt, lässt sich sagen, woran zu arbeiten ist.

Typische Anlässe

Die Strategie erreicht die tägliche Arbeit nicht. Ziele, Initiativen und Programme ergeben zusammen kein Bild, an dem sich Entscheidungen ausrichten lassen.

Silos und Abhängigkeiten bremsen. Abstimmung und Übergaben kosten mehr als die eigentliche Arbeit. Anpassungen sind langsam oder teuer.

Produktentwicklung erreicht zu spät echtes Kundenfeedback. Zwischen Idee und Rückmeldung liegen Monate.

Wachstum oder Verkleinerung verlangen neue Strukturen. Verantwortungsräume passen nicht mehr zu dem, was das Unternehmen heute ist.

Führungs- und Karrierewege müssen neu gedacht werden. Fachliche Entwicklung soll denselben Wert haben wie der Weg in die Führung.

KI verändert Rollen, Kompetenzen und Zusammenarbeit. Einzelne arbeiten damit, die Organisation lernt daraus nicht.

Budgetdruck verlangt kurzfristige Entlastung , ohne die Lern- und Lieferfähigkeit zu beschädigen.

Die Abhängigkeit von externer Beratung soll sinken. Interne Veränderungs-, Führungs- und Coachingkompetenz soll wachsen.

Worum es inhaltlich geht

Strategie und Orientierung

Eine Strategie ist erst dann eine Strategie, wenn sie Entscheidungen leitet, die ich nicht selbst treffe. Ich arbeite mit dem Strategy Kernel nach Rumelt, aber nicht nur als Analysewerkzeug: Die Guiding Policy wird zum expliziten Entscheidungsmaßstab, an dem sich auch dezentral entscheiden lässt. Prinzipien gehören dort hinein, Best Practices nicht. Unternehmens-, Produkt- und Transformationsstrategie müssen dabei nicht identisch sein, aber sie müssen zusammenpassen.

Aus der Praxis: In einem Softwareunternehmen habe ich Vision und Strategie in zwei Workshops im Abstand von acht Monaten erarbeitet, von der Unternehmensvision über Diagnose, Guiding Policy und kohärente Maßnahmen bis zu Produktvision und Roadmap. In anderen Mandaten habe ich denselben Aufbau auf Produktebene für einzelne Bereiche angewendet.

Derzeit begleite ich ein Unternehmen dabei, seinen Strategy Kernel selbst zu erstellen und umzusetzen. Das Ziel ist, die Organisation langfristig unabhängig von externer Beratung zu machen. Vor allem aber geht es darum, dass gemeinsam schneller, besser und kohärenter entschieden wird, ohne dass jede Frage über die Hierarchie laufen muss.

Schwierig wird diese Arbeit, wenn ein Unternehmen unter wirtschaftlichem Druck steht, denn sie zahlt zunächst nicht unmittelbar in die Wertschöpfung ein. Bei iterativem Vorgehen ändert sich das früher als erwartet: Die gemeinsamen Entscheidungen werden schon besser, bevor die Strategie fertig ist.

Organisation und Führung

Strukturen entscheiden darüber, welche Informationen Menschen erreichen, mit wem sie zusammenarbeiten und wie unmittelbar sie die Wirkung ihrer Arbeit erleben. Ich schneide Organisationen entlang des Kundennutzens statt entlang der Technik und entkopple Struktur und Architektur, damit beide beweglich bleiben. Dazu gehört die bewusste Trennung von fachlicher Produktverantwortung und disziplinarischer Führung, mit gleichwertigen Entwicklungswegen und gleichen Karrierechancen. Und die Frage, wer eigentlich was entscheidet: Der Kontext bestimmt, wer entscheidet, die benötigte Wissensbreite bestimmt, wer beitragen sollte.

Aus der Praxis: Überzeugt hat mich diese Trennung, bevor ich sie selbst gestaltet habe. Bei Nokia Siemens Networks wusste ich natürlich, wer mein Vorgesetzter war. Aber ich wusste nicht, wer in meinem Team denselben hatte, weil die Frage im Alltag keine Rolle spielte. Die fachliche Führung lief über die Product Ownerin, die Arbeit lief im Team. Möglich war das, weil die Führungskräfte selbst als Team arbeiteten und mit einer Stimme sprachen. Dadurch wog die Aussage jeder Führungskraft gleich viel.

Später habe ich die Trennung selbst getragen. Bei Valtech hatte ich die disziplinarische Führung für drei bis vier Personen und die fachliche für mehr als 25. Beides gleichzeitig ging nur, weil es getrennt war. In LeSS-Einführungen in Handel, Medizininformatik und Steuersoftware habe ich sie mit den Beteiligten gestaltet.

Am häufigsten scheitert die Trennung dort, wo der Product Owner die fachliche Führung formal hat, aber nicht wirklich. Fachbereiche oder Linienvorgesetzte stellen Priorisierungen immer wieder in Frage, halten an Meilensteinen fest oder verlangen vorab fixe Budgets. Der Product Owner verliert seine Wirksamkeit, ohne die Verantwortung abgeben zu können. Ich habe mehrfach erlebt, dass Menschen in dieser Rolle ausbrennen und kündigen.

Der Kern des Konflikts ist eine Position, die es in Organigrammen nicht gibt: nach oben Wasserfall bedienen, nach unten Agilität ermöglichen. Wer dort sitzt, braucht Kompetenz in beiden Welten. Die meisten bringen nur eine mit, und das ist keine persönliche Schwäche, sondern eine strukturelle Überforderung. Aus dieser Notlage ist meine Backlog-Visualisierung entstanden. Sie übersetzt zwischen beiden Welten, indem sie Prognosen liefert, mit denen die eine Seite planen kann, ohne dass die andere Seite ihre Arbeitsweise aufgeben muss.

Backlog-Visualisierung

Produktentwicklung und professionelle Exzellenz

Discovery und Delivery sind ein gemeinsames System, und die technischen Voraussetzungen entscheiden mit, ob es funktioniert. Ein Schwerpunkt liegt darauf, aus einem komplexen fachlichen Zusammenhang einen kleinen durchgängigen Anwendungsfall herauszuschneiden, verbunden mit konkreten Beispielen als Akzeptanzkriterien. Damit das trägt, braucht es Continuous Integration, automatisierte Tests und inkrementelles Design. Continuous Integration verstehe ich dabei als Arbeitsprinzip und nicht als Werkzeugkette: Man kann auf isolierten Branches technisch exzellent arbeiten und trotzdem die Integration des Produkts verhindern.

Dazu gehört die Rückkopplung vom Product Backlog in die Roadmap und weiter in die Strategie, damit Planung sich an dem ausrichtet, was tatsächlich geliefert wird. Für Prognosen nutze ich Wasserstandslinien, statistische Bandbreiten und Trends. Schätzungen sind dabei willkommen, aber auf Item-Ebene und zu dem Zeitpunkt, an dem das Team die Aufgabe versteht. In sehr großen Organisationen arbeite ich meist ohne, weil Teams unterschiedlich schätzen. Für die Prognose macht das kaum einen Unterschied, weil Flow und verbleibende Backlog-Größe in derselben Einheit gemessen werden.

Aus der Praxis: Im Aftersales-Bereich Service & Repair bei BMW war ein generisches Aftersales-Teil zu entwickeln, das Reparaturanweisung und benötigte Ersatzteile fahrzeugspezifisch verbindet. Drei Produkte, zwölf Teams, ein um ein halbes Jahr vorgezogener Termin. Statt die Teams einzeln zu optimieren, wurde die Entwicklung entlang des Wertstroms ausgerichtet.

87,9 %

Der so geschnittene Bereich erreichte 87,90 Prozent Flow-Effizienz. Der Durchschnitt der Domäne lag bei 69,63 Prozent, Produkte mit vielen Abhängigkeiten bei 63,93 Prozent. Flow-Effizienz misst, wie viel Zeit gearbeitet und wie viel gewartet wird. 100 Prozent hieße: keine Wartezeit. Bemerkenswert ist die Zahl vor allem deshalb, weil der Bereich nach Größe und Abhängigkeiten eigentlich am unteren Ende hätte liegen müssen.

Gemeinsam mit Frank Preiß habe ich den Ansatz auf der LeSS Conference 2023 in Berlin vorgestellt und im November 2024 auf den Münchner Projektmanagement Tagen.

Vortrag und Folien

Der wichtigere Nutzen der Visualisierung ist dabei nicht die Prognose. Wer Flow sieht, erkennt, wodurch er entsteht, und schneidet Anforderungen anders, nämlich stärker von Ende zu Ende. Dadurch wird nicht nur die Vorhersage besser. Die Organisation verändert sich und wird berechenbarer.

Dieser Ansatz kann eigentlich nicht scheitern, denn er macht nur sichtbar. Die Frage ist, was eine Organisation mit der Transparenz anfängt. Wer den Flow sieht und nichts ändert, hat ein besseres Reporting und sonst nichts. Der Nutzen entsteht erst, wenn aus dem Gesehenen andere Entscheidungen folgen.

KI in Organisation und Produktentwicklung

Künstliche Intelligenz wirkt quer durch alle anderen Felder, von Strategie über Zusammenarbeit bis in die Implementierung. Der häufigste Fehler ist dabei nicht technisch: Wenn ein einzelner Mensch ein KI-Ergebnis beurteilt, bleibt die kollektive Intelligenz der Organisation ungenutzt. Ich arbeite mit KI-Agenten über zusammenhängende Aufgaben hinweg und kann deshalb aus eigener Praxis sagen, was sich an Rollen, Qualitätssicherung und Verantwortung tatsächlich verschiebt.

Aus dieser Arbeit ist ein Kollaborationsguide mit über zwanzig konkreten Anleitungen entstanden. Die Erfahrungen daraus habe ich in einem Vortrag bei einem Automobilhersteller zusammengefasst. Die organisationalen Auswirkungen einer KI-Transformation begleite ich als Querschnittsthema: Welche Fähigkeiten werden gebraucht, wie verändern sich Rollen und Verantwortungsbereiche, und welche Feedback- und Qualitätssysteme sichern Ergebnisse ab, wenn deutlich schneller deutlich mehr entsteht.

In welcher Rolle

  • Strategischer Berater und Sparringspartner für Geschäftsführung und Executive Teams
  • Berater für Organisationsdesign und Transformation
  • Management- und Leadership-Coach
  • Berater für fachliche und disziplinarische Führungsmodelle
  • Product- und Large-Scale-Development-Coach
  • LeSS Trainer und LeSS Coach
  • Coach für Product Ownership, Roadmaps und Product Backlog
  • Berater für technische Exzellenz, Continuous Integration und Lieferfähigkeit
  • Sparringspartner für die kollaborative und agentische Nutzung von KI
  • Moderator für Teams, Managementgruppen und Großgruppenformate
  • Coach und Mentor interner Coaches und Führungskräfte

Der Umfang reicht von einzelnen Workshops über begleitende Mandate bis zur längeren Zusammenarbeit. Wenn eine Aufgabe größer wird, als eine Person sie tragen kann, arbeite ich mit Partnern.

Mein Netzwerk

Trainings und Workshops

Zertifizierte LeSS-Trainings und Workshops zu Systems Thinking, Product Ownership und strategischer Agilität führe ich derzeit als Inhouse-Format durch. Offene Termine kündige ich hier an.

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